Mittsommernachtsaffäre

Künstlerinnenkollektiv
dreiundzwanzigminuseins

Martina Frötscher
Julia Kössler
Rebecca Heinrich


Eröffnung
Freitag, 24. August 2018 um 20.30 Uhr

Öffnungszeiten
24. August bis 7. September 2018
Mo - Mi und Fr - So von 18:00 - 20:00 Uhr
Die Künstlerinnen sind zugegen.

Inmitten des Sommers oder mit dem Sommer?
Affäre als Sache oder angeblich?
Kurz, vielleicht heiß, aber sicherlich nicht angeblich.

Eine Liaison mit dem Sommer, Amouren in der Mitte der Nacht.

Martina Frötscher, Julia Kössler und Rebecca Heinrich begeben sich in Gefahr, zu einem peinlich-skandalösen Vor- und Zwischenspiel, das hoffentlich ohne Nachspiel bleibt.

Sie setzen sich mit Affären – aktuell, verflossen, kritisch – auseinander. Eine Erfahrung für alle Sinne in Bild und Text..

> dreiundzwanzigminuseins Ausstellung im kooio 2017




Rebecca Heinrich

Geistige Urheberin des Zitates „Ich schreibe eigentlich eh nur über Liebe, auch wenn’s nicht so aussieht“ und damit prädestiniert für Sommerabende, in denen sie sich die Hitze der Nacht wünscht und dem Rauschen des Mostviertels gedenkt. Sie ist bis 1.1.2019 mit der Germanistik, der Romanistik und der Pädagogik verpartnert. Diese teilen sie sich mit den Langzeitaffären Poetry Slam, Lyrik, Prosa und Schauspiel. Verstrickt in Liaisons aller Art, scheut sie auch den Blick auf aktuelle Affären nicht. Im Sommer ist es selbst ihr in der Germanistik zu heiß, weshalb es zu inspirierenden Begegnungen mit dem Paketdienst kommt und sich im Draußen allerlei andere Affären in animalischen Gedankenkonstrukten offenbaren. Immer mit dabei: Avocados, Milchschaum und Stacheldraht.


Martina Frötscher

Was soll ich hier schreiben? fragt sich Martina Frötscher, so wie sie sich fragt, wie man denn überhaupt das Leben in all seinen außergewöhnlichen Affären einfangen kann, soll, muss. Darf ich hier über Negatives schreiben? Aber das Positive zu betrachten heißt gleichsam sich zu fragen: sind es nicht eher Eindrücke, die sich eingebrannt haben? Affären haben immer beide Seiten, Bilder fangen den Weg unter der Sonne in die Nacht ein. Sich Freunden über die eigenen Affären anvertrauen in Form von poetischer Konzeptkunst, menschliche Verbindungen auf Leinen bringen, indem sich weiße Netze über alles legen, sie spannen und zeugen von existenzieller Einsamkeit. Was sie hier schreiben soll, nun, vielleicht dass die Postmoderne gar nicht so einfach ist. Aber wenigstens gibt sie gute Bilder ab. Und taugt für eine Ausstellung. Obwohl ihr im Sommer zu heiß ist.


Julia Kössler

Eine Affäre kann man auch mit Orten führen. Hauptwohnsitz in den Niederlanden. Dort steht ihr Name, doch ist sie hier und bald woanders. Mit ihren Werken versucht sie diese Liebschaft einzufangen, auszudrücken und zu verbildlichen. Affären in denen man fremdes Besteck in die Hände nimmt und das Diner dort zerteilt wo man eigentlich nicht sein sollte. Wandeln durch die Städte, die alle ihren Reiz haben, doch nie eine allein alles erfüllen kann. Abgewandte Gedanken. Bizarre Begegnungen. Verwirrung und Ungereimtheiten. Dafür aber lebendige Aufregung in Acryl und Bleistift.