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equal attention
Alexander Roshe

Ausstellungsdauer: 9. - 30. November 2012
Mo - Do 16 - 19h, Fr 16 - 22h

30. November 20h Finissage
"Die Wände kippen in den Horizont"

Institut kultureller Kompostierung

Alexander Roshe – equal attention
Projektdauer: 2. November - 30. November 2012
Eröffnung Freitag 9.11. 19h im Rahmen der Premierentage 2012


Zentrales Thema von A.Roshe sind Interdependenzen zwischen Arbeit und Kunst. Er verwendet vorwiegend Baumaterialien, die durch die Praxis der "gleich-gültigen Aufmerksamkeit" auf ihre Bestimmungsneutralität befragt werden.

In der Vorwoche zur Ausstellungseröffnung wird der Künstler KOOIO als Lebens- und Arbeitsraum nutzen. Die Räumlichkeiten sind in dieser Zeit für die Öffentlichkeit nicht begehbar. Im Rahmen der Premierentage wird die Ausstellung für Publikum geöffnet werden.

Interdependenzen zwischen Arbeit und Kunst werden insbesondere dahingehend untersucht, inwiefern Arbeitsstrukturen und Fertigungsabläufe sowie das Material an sich mit der inneren Haltung des Künstlers und der Selbstreflexivität der Kunst korrespondieren. Mit der aus dieser Untersuchung entwickelten Methode der gleichgültigen Aufmerksamkeit (equal attention) arbeitet er an der Grenze zwischen bloßem Material ("Zeug", "Ding") und Kunstwerk, um zu klären, ab wann oder unter Verwendung welcher Praxen, bzw. unter welchen Produktionsbedingungen dieses sogenannte ästhetische Niemandsland durch das Eingreifen des Künstlers okkupiert und somit von seiner Bestimmungsneutralität befreit wird.

Um diese gleichgültige Aufmerksamkeit einerseits zu forcieren, aber auch zu intensivieren, wird sich A.Roshe am 02.11. in den Räumen von KOOIO einschließen. Im Rahmen einer Klausur wird er KOOIO für die folgenden sieben Tage und Nächte als Habitat, als temporäres Atelier, und anschließend ab 09.11. geöffnet als Galerie erproben.



ludwig technique erklärt dem toten Hasen die Kunst
Interpretation der Performance "wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt" von Joseph Beuys
Performance im Rahmen der Premierentage 2012
Samstag 10.11.2012, 14.30 - 18.00


Kann man eine Performance wie ein Musikstück interpretieren? ludwig technique erprobt das Schamanen-Gefühl von Joseph Beuys. Die Grundstruktur der beuysschen Performance wird dabei um technique's (Bild-)Sprache erweitert. Im Fokus steht dabei die Erfahrung des erweiterten Kunstbegriffs.


Wie man dem toten Hasen die Interdependenzen zwischen Arbeit und Kunst erklärt
impulstext zu den Arbeiten von Alexander Roshe und ludwig technique
Johannes Payr, Innsbuck im September 2012

Am 2.11.2012 wird sich Alexander Roshe zur Kunstproduktion in die Räumlichkeiten des KOOIO, Mariahilfstraße 40, einschließen. Er wird für eine Woche diese Räume be-leben und be-arbeiten, unter Ausschluss der Öffentlichkeit und mit sich selbst isoliert.

Am 9.11. wird er "ausziehen" und die Räume wieder zugänglich machen. Am folgendenTag ist KOOIO wieder (zwei Stunden lang) für die Öffentlichkeit geschlossen. Durch das Fenster, vielleicht auch durch einen Türspalt, wird das geneigte Publikum der Performance "ludwig technique erklärt dem toten Hasen die Kunst" beiwohnen können. 26 Jahre nach dem Tod Joseph Beuys' wird KOOIO zum Schauplatz von künstlerischem Arbeiten, welches der Erfahrung des "erweiterten Kunstbegriffs" gewidmet ist. Der vermeintliche Ausschluss der Öffentlichkeit bildet dabei die Basis zweier Versuchsanordnungen, in deren Zentrum die Auseinandersetzung mit der Arbeit des Künstlers steht. Das Wesen jener Arbeit ist aber auch, dass diese abseits der Öffentlichkeit bzw. deren Wahrnehmung stattfindet, erfahrbar meist nur durch das Ergebnis, ein Produkt.

Vielleicht wird erst durch die Nicht-Sichtbarkeit des Arbeitens an einem sonst frei zugänglichen Ort die Arbeit an sich sichtbar gemacht.


30. November 20h Finissage
Institut kultureller Kompostierung
"Die Wände kippen in den Horizont"

schräge wände, ecken, kanten brechen raum- und sehgewohnheiten.
irritiert sucht der blick halt -
einhalt:
dem sturz ins unbekannte -
sucht der blick halt
am beschriebenen horizont,
um sich ans sprachliche phänomen `tod´ zu richten...
vergeblich:
haltlos
harten, kühlen, weichen, warmen empfindungen ausgesetzt,
geraten
wörter und körper
in bewegung: bUTOH

Alex Roshe, Syl via Marten