"...Damals lebte ich noch in dem Wahn, daß der Beschauer sich mit offener Seele dem Bild gegenüberstellt und eine ihm verwandte Sprache herauslauschen will. Solche Beschauer existieren auch (das ist kein Wahn), nur sind sie ebenso selten wie Goldkörner im Sand. Es gibt sogar solche Beschauer, die ohne persönliche Verwandtschaft mit der Sprache des Werkes sich ihm geben und von ihm nehmen können. Ich habe solche im Leben getroffen."



Kandinsky, Über das Geistige in der Kunst
Benteli Verlag Bern
© Nina Kandinsky, Neully-sur-Seine 1952
10. Auflage, Einführung von Max Bill